Roland Gareis im Interview zu „Failures & Successes“

Roland GareisHerr Gareis, warum haben Sie das Thema „Failures & Successes von Projekten, Prozessen und Changes“ für die HAPPYPROJECTS 15 gewählt?
Im Rahmen der Konferenz HAPPYPROJECTS 15 sollen die Begriffe Misserfolg & Erfolg geklärt  werden und Misserfolgs- & Erfolgsfaktoren dargestellt werden.
Damit soll auch ein Beitrag zur Enttabuisierung von Misserfolgen stattfinden. Misserfolge gehören ja auch zur Management-Praxis und stellen eine wesentliche Lernchance für Organisationen und Individuen dar.

Wann ist denn z.B. ein Projekt erfolgreich?
Diese Frage ist leider schwieriger zu beantworten als erwartet, da es sich bei der Definition von Erfolgen und Misserfolgen um Konstrukte handelt. Die „Konstruktion“ eines Erfolgs bzw. Misserfolgs ist von der gewählten Perspektive abhängig. Die Beurteilung eines Projekts kann z.B. aus der Sicht des Investors anders ausfallen als bei einer Beurteilung bei der auch die Sicht von Stakeholdern berücksichtigt wird.
Weiters beeinflussen die berücksichtigten Kriterien und der Beobachtungszeitraum die Beurteilung. Wenn nur ökonomische Kriterien berücksichtigt werden, kann das zu anderen Ergebnissen führen als bei einer zusätzlichen Berücksichtigung von  sozialen und ökologischen Kriterien.

Können Sie uns Beispiele für Faktoren, die zu Misserfolgen in Projekten führen, nennen?
Grundsätzlich stellt ein nicht-professionelles Projektmanagement einen Misserfolgsfaktor für Projekte dar. Projekte ohne klare Ziele und entsprechende Strukturen, inkonsistente Projektpläne, wenig interessierte Projektauftraggeber, etc. haben geringe Erfolgschancen. Natürlich beeinflussen aber auch andere Faktoren, wie z.B. das Verhalten von Stakeholdern, Veränderungen am Markt oder bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen, den Erfolg von Projekten.

Was ist Ihr persönlicher Zugang zum Thema „Misserfolg & Erfolg“?
In meiner Jugend war ich Profifußballer bei Rapid und beim Wiener Sportklub. Da lernt man, was notwendig ist um zu Siegen, aber vor allem auch mit Misserfolgen umzugehen. Beruflich stellt es für mich z.B. einen Erfolg dar, durch die klaren inhaltlichen Profile unserer jährlichen HAPPYPROJECTS Konferenzen, in der Community akzeptierte Beiträge zur Weiterentwicklung von Managementansätzen zu leisten.