Roland und Lorenz Gareis im Interview zum Thema „digital & analog“

Wieso beschäftigen Sie sich mit dem Thema „digital & analog“?

Roland G.: Das Thema „Digitalisierung“ löst in vielen Organisationen Verunsicherung aus. Wir sind der Meinung, dass es sich bei der Digitalisierung um keine Modeerscheinung handelt. Zu digitalisieren bietet die Chance bestehende Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen und mit tradierten Mustern zu brechen.

Lorenz G.: Gleichzeitig braucht es eine gefühlvolle Balance im Umgang mit dem Spannungsfeld zwischen digital und analog. Die Bedürfnisse und Emotionen von MitarbeiterInnen sind dabei zwingend zu betrachten. Die analoge, persönliche, visualisierte Form der Kommunikation ist unerlässlich, bedarf aber eines entsprechenden Einsatzes.

Roland G.: Digital ist bestimmt nicht die Lösung für alles. Paradoxerweise werden für die Digitalisierung häufig agile Arbeitsformen, wie z.B. Scrum, eingesetzt. Ein zentrales Merkmal dieser Arbeitsformen ist der direkte Austausch der Teammitglieder durch Co-Location oder die Visualisierung der persönlichen Kommunikation mit Hilfe von Post-its auf Scrum-Boards.

„Zu digitalisieren bietet die Chance bestehende Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen und mit tradierten Mustern zu brechen.“
Roland Gareis

Welche Konsequenzen hat das Thema für Führungskräfte?

Roland G.: Führungskräfte haben – wie so oft – auch hier eine wichtige Vorbildfunktion. Ich erwarte, dass sie sich intensiv mit den Möglichkeiten, aber auch den Herausforderungen, die Digitalisierung bietet, auseinandersetzen. Wir sprechen hier bewusst nicht nur weitreichende Transformationen von Organisationen, sondern auch Veränderungen kleineren Umfangs an. Welche Tools helfen mir als Führungskraft bei der Erfüllung meiner Rolle? Wie offen bin ich für neue Tools und bin ich bereit mein Führungsverhalten an neue Bedürfnisse anzupassen? Das ist oft unangenehm und sorgt für Irritationen, eröffnet aber gleichzeitig neue Perspektiven.

Lorenz G.: Das Selbstverständnis von Führungskräften und das damit einhergehende Führungsverhalten stehen hier im Fokus. Die zunehmende Dynamik und Komplexität des Arbeitsumfelds erlauben es immer weniger über Regeln und Vorschriften zu führen. Führungskräfte werden zukünftig erfolgreicher sein, wenn sie die Selbstorganisation von Organisationen über eine gemeinsame Wertebasis ermöglichen.

„Es braucht eine gefühlvolle Balance im Umgang mit dem Spannungsfeld zwischen digital und analog. […] Die Bedürfnisse und Emotionen von MitarbeiterInnen sind dabei zwingend zu betrachten.“
Lorenz Gareis

 

Mehr zum Thema „Digital & Anlog“ gibt es im Rahmen der HAPPYPROJECTS 18 am 16.05.2018.